Losung: Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der HERR erretten* zur bösen Zeit. Psalm 41,2
Lehrtext: Gutes zu tun und mit anderen zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer** gefallen Gott. Hebräer
13,16
Liebe Leserin,
lieber Leser,
die Bibel ist schon ein
merkwürdiges Buch. Von ihren ersten Seiten an, von Kain und Abel, bis zum Buch
der Offenbarung geht es um Mord und Todschlag, Krieg, Gewalt, Strafe und Vernichtung.
Das ist die eine Seite. Damit hält
sie uns auch einen Spiegel vor und sagt: "So seid ihr bis heute. Schaltet
die Nachrichten ein, dann wisst ihr wie es in der Welt zugeht. Schaut ehrlich
auf euch selbst und prüft eure negativen Gefühle und Gedanken, dann erkennt ihr
die Wurzel allen Übels" (Markus 7,20-22).
Die andere
Seite der Bibel aber zeigt sich zum Beispiel in Losung und Lehrtext heute. Beide
sagen mir: "Auch das seid ihr. Also könnt ihr das
auch. Versucht einfach mal, euch die negativen Gedanken und Gefühle zu
verbieten. Tut euch selbst etwas Gutes, indem ihr anderen Gutes tut. Denn wer
sich ersteinmal dazu überwunden hat, dem geht es hinterher besser und der macht
damit auch seinem Schöpfer eine Freude (Lehrtext).
Kleine Gesten
der Menschenfreundlichkeit
Aus meiner Sicht muss es dabei nicht immer
um große Dinge gehen, schon gar nicht um irgendwelche „Opfer“. Meistens reichen
bereits kleine Gesten der Menschenfreundlichkeit: an heißen Tagen für den
Paketboten oder die Briefträgerin eine kleine Flasche Mineralwasser oder ein
Müsliriegel ... Du weißt selbst am besten, womit du anderen eine Freude machen
kannst.
Stopp, verboten!
Doch noch mal zurück zu den oben genannten
Wurzeln. Kann man denn sich selbst negative Gedanken und Gefühle verbieten? Ja,
das geht. Ich habe das lange zu selten getan. Aber man lernt ja dazu. Ich kann
nicht verhindern, dass solche negativen Dinge oft unwillkürlich in mir
auftauchen. Doch ich muss ihnen nicht auch noch Raum geben. Manchmal sage ich
dann zu mir: 'Stopp, Hans, schäm dich. So willst du doch nicht sein. Nicht der
andere ist der Idiot ...Wenn schon, dann bist du es selbst. Reg dich lieber
über dich auf und lass den anderen außen vor.'
Das klingt vielleicht vornehm, ist es aber
nicht. Dazu müsste ich mich ständig unter Kontrolle haben. Habe ich aber nicht,
schon gar nicht, wenn es mir nicht gut geht. Das darf aber keine Entschuldigung
sein.
„Edel sei der Mensch, hilfreich
und gut“***, schreibt Goethe.
Er hätte das nicht geschrieben, wenn es selbstverständlich wäre. Er hätte das
aber auch nicht geschrieben, wenn es unmöglich wäre. So lebe ich zwischen
beiden Polen als ein Mensch, der auf Gottes Vergebung angewiesen ist wie auf seine
Kraft.
Gebet: Herr, du sollst mein Leitstern sein. An
dir will ich mich orientieren. Geh du mir voran, dass ich
dir folge. Bleibe an meiner Seite, dass ich deinen Weg getrost mitgehe. Bringe
mich zurück, wenn ich mich verlaufe. Gib mir Kraft für die, die mit mir
unterwegs sind. Stärke mich, wenn ich nicht mehr kann. So will ich Tag für Tag
und Schritt für Schritt weitergehen, wo du mich haben willst. Amen
Herzliche Grüße,
Ihr / dein Hans
Löhr
Vier Nachträge:
* Dieser „Tun-Ergehen-Zusammenhang“ in der
Losung wird bereits im Alten Testament infrage gestellt. Siehe Prediger Salomo 8,14
sowie 9,2-3.
** "Opfer“ mussten vielleicht die frühen Christen
erbringen, die wenig besaßen, aber auch noch das Wenige mit denen teilten, die
noch weniger hatten. Für mich heute ist es kein Opfer, anderen auch materiell
Gutes zu tun, sondern eher eine Frage der Solidarität.
*** Hier das ganze Gedicht von Goethe. Klick: Das Göttliche
**** Im Brief an
die Galater (6,10) schreibt der Apostel Paulus: „Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir
allen Menschen Gutes tun, vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus
glauben.“ Nein, lieber Paulus, so nicht. Das mag dein persönlicher Standpunkt
sein. Aber mit dem Evangelium Jesu hat er meines Erachtens wenig zu tun. Nun,
du hast ihn nicht mehr persönlich gekannt und auch nicht seine Geschichten vom „barmherzigen
Samariter“ (Lukas 10,25-37), vom dankbaren Samariter (Lukas 17,11-19) und von der
syrophönizischen Mutter (Markus 7,25-30). Zu deiner
Zeit galten sie alle als „Heiden“. Jesus aber hat schlussendlich nicht zwischen
frommen Juden und sogenannten Heiden unterschieden. Schließlich sind sie, sind
wir alle Gottes Kinder. Und wenn eines von ihnen darauf angewiesen ist, dass
man ihm Gutes tut, zählt das mehr als Rechtgläubigkeit.
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»Die Bibel ist so voller Gehalt, dass sie mehr als jedes andere Buch
Stoff zum Nachdenken und Gelegenheit
zu Betrachtungen über die menschlichen Dinge bietet.«
J.W. von Goethe aus: „Dichtung und Wahrheit“
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1728 erschien in Herrnhut die erste Tageslosung, ein Bibelwort aus
dem Alten Testament, das für jeden Tag des Jahres ausgelost wird. Dazu wird der
Lehrtext, ein passendes Bibelwort aus dem Neuen Testament, ausgesucht.
Inzwischen erscheinen die täglichen „Losungen“ in etwa 50 Sprachen.
Ich lege Losung und Lehrtext aus, weil einer Untersuchung zufolge das
Nachdenken über Bibelworte den Glauben am stärksten wachsen lässt.
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Eine gute Anregung für den Tag heute. Mich selbst einmal nach hinten stellen und für meinen Nächsten etwas Gutes tun. Möge der Herr mir dabei helfen und mich leiten. Einen gesegneten Tag wünsche ich.
AntwortenLöschenGuten Morgen, Danke für diese Auslegung mit dem wertvollen Gebet lieber Herr Löhr. Ich wünsche allen einen gesegneten Tag. Elke
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