Sonntag, 29. Dezember 2019

Der tätowierte Gott (Predigt) hl

Predigt von Hans Löhr am ersten Sonntag nach Weihnachten 
in Sankt Nikolai, Neuendettelsau

Predigttext: Jesaja 49, 13-16:     
Himmel und Erde, jubelt, ihr Berge, freut euch laut! Denn der HERR hat sein Volk getröstet. Voll Erbarmen nimmt er sich der leidenden Menschen an, die zu ihm gehören. Niemals vergisst der Herr sein Volk! Jerusalem aber klagt: »Ach, der HERR hat mich im Stich gelassen, er hat mich längst vergessen!« Doch Gott antwortet: »Bringt eine Mutter es fertig, ihr kleines Kind zu vergessen? Bringt sie es übers Herz, es seinem Schicksal zu überlassen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse dich nicht! Unauslöschlich habe ich deinen Namen auf meine Handflächen geschrieben, deine Mauern habe ich ständig vor Augen!

Liebe Freunde,
großes Gewühl in einem Münchner U-Bahnhof. Plötzlich war die damals sechsjährige Tochter nicht mehr da. Meine Frau und ich sind zutiefst erschrocken. In verschiedenen Richtungen suchten wir nach ihr. Gott sei Dank hatte ich sie gleich gefunden. Sie weinte und sagte mit tränenerstickter und zugleich vorwurfsvoller Stimme: „Ihr habt mich vergessen!“ Ich ging in die Knie, nahm ihre Hände und sagte auf Augenhöhe zu ihr: „Aber Julia, das würden wir nie tun. Du bist doch unsere liebe Tochter. Wie könnten wir dich da vergessen? Schau, wir haben dich sofort gesucht und gleich gefunden. Jetzt gib mir deine Hand, dann kann das nicht mehr passieren.“
     Das ist doch der Beweis, dass man sein eigenes kleines Kind nicht vergessen und schon gar nicht seinem Schicksal überlassen kann. Oder?
     Naja, in dem Bibelwort aus dem Buch des Propheten Jesaja wird diese Möglichkeit zumindest angedeutet. Schließlich sagt da Gott durch den Mund seines Propheten: „Und selbst wenn die Mutter ihr Kind vergessen würde – ich vergesse dich niemals!“
     Ja, wir Menschen sind zu vielem fähig, was man normalerweise nicht für möglich hält. Gott nicht. Man sagt zwar, dass der Allmächtige alles könne, aber dass er dich oder mich vergisst oder uns gar unserem Schicksal überlässt, das kann er nicht. Das hat er für sich selbst ausgeschlossen. Und darauf, liebe Freunde, vertraue ich und sage: „Was auch geschieht, Gott verlässt mich nicht. Wie schwer mein Schicksal auch immer sein wird, Gott überlässt mich nicht dieser Macht. Er bewahrt mich nicht vor Leid. Aber er lässt mich darin nicht allein. Er trägt es mit mir und wendet es wieder zu der Zeit, da er will. Das gilt genauso für dich.
„Die kommt nie mehr wieder“
     „Und selbst wenn die Mutter ihr Kind vergessen würde“ - mir geht dieser Satz nach. Denn das wäre für ein Kind die absolute Katastrophe. Wenn ich nur daran denke, kriege ich einen Kloß im Hals. Und doch geschieht das täglich überall auf der Welt.
     Am 10. Dezember 1989 berichtet Spiegel-TV, dass es bereits einen Monat nach dem Fall der Berliner Mauer 50 verlassene Kinder in Ostberlin gibt. Ihre Väter und Mütter haben sie im Stich gelassen und sich zu den leuchtenden Schaufenstern im Westen aufgemacht, um dort zu bleiben. Damals sagte der drei Jahre alte Steve zu einem Reporter: "Ich weiß, wo meine Mutti ist, in Westberlin. Jetzt bin ich al¬lein. Die kommt nie mehr wieder." 
     Was wohl aus Steve geworden ist? Dreiunddreißig Jahre muss er jetzt sein. Ob er selber Kinder hat? Ob er ihnen ein guter Vater sein kann? Oder hat seine Seele so schweren Schaden genommen, dass er darüber zerbrochen ist? 
      Vor 2560 Jahren, zurzeit des Propheten, den man den Zweiten Jesaja nennt, haben sich die Bewohner Jerusalems von Gott verlassen gefühlt. Nach der Zerstörung der Stadt und des Tempels durch den babylonischen König Nebukadnezar lag Jerusalem nach wie vor in Trümmern ohne Mauern und Schutz. Noch immer waren ehemalige Bewohner und deren Nachkommen im Exil in Babylon. In dieser Situation stimmten die Verbliebenen, die damals in der Stadt hausten, die Klage aus dem heutigen Predigtwort an: »Ach, der HERR hat mich im Stich gelassen, er hat mich längst vergessen!« Immerhin sprachen sie noch von Gott, wenn auch klagend und anklagend. Sie jedenfalls hatten Gott bisher noch nicht verlassen. Sie hatten auf ihn gehofft. Aber es hatte sich nichts getan. Würden sie sich nun von ihm abwenden?
     Ich kann mir denken, dass es dem einen oder anderen von euch hier schon einmal ähnlich ergangen ist. Da warst du vielleicht sehr krank und hast auf Gott gehofft. Aber es ist nichts geschehen. Du bist noch kränker geworden und musstest vielleicht fürchten, dass du nie mehr gesund werden würdest. Mich würde es nicht wundern, wenn du dann zu dir gesagt hättest: „Gott hört meine Gebete nicht. Er hat mich verlassen. Und nun werde ich ihn verlassen.“ 
    Doch soweit ist es nicht gekommen, sonst wärst du heute nicht hier. Aber bei anderen, die jetzt nicht mehr hier sind, bei denen ist es vermutlich so weit gekommen. Sie haben sich von Gott abgewandt, weil in ihrem Leben Dinge geschehen sind, die sie an ihm zweifeln ließen. Ich kann das ein Stück weit verstehen. Wer möchte denn nicht, dass geschieht, worum er Gott bittet? Wer möchte nicht, dass alles gut wird? Doch wer könnte das besser verstehen als der, der selbst sterbend am Kreuz gerufen hat: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«
     Wisst ihr, ich habe mal gedacht: „An einem entscheidenden Punkt hatte es Jesus besser als ich. Er war und fühlte sich auf das Engste mit Gott, mit seinem Vater im Himmel verbunden. Auf ihn hat er ganz und gar vertraut. Er musste nicht zweifeln, wie ich das muss. Er musste um seinen Glauben nicht ringen, wie ich das muss. Er musste vor nichts und niemandem Angst haben wie ich das muss. Er konnte sich ganz sicher sein, dass Gott bei ihm war und ihm in jeder Situation half. So habe ich mal gedacht.
     Aber dann kam mir jenes Wort vom Kreuz in die Quere. Und ich las, wie er zitternd vor Angst im Garten Gethsemane betete, dass Gott ihm doch die bevorstehenden Qualen und den Tod ersparen möchte. Und mir fiel wieder ein, was er am Kreuz schrie: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Da wurde mir klar, dass auch Jesus wie du und ich gefühlt hat.
Ganz und gar Mensch
     Und warum? Weil Gott in ihm ganz und gar Mensch werden wollte angefangen bei den stinkenden Windeln, die Maria im Stall von Bethlehem wechseln musste, bis hin zu seinen Todesängsten, Zweifeln und dem Gefühl grenzenloser Verlassenheit. So ist Gott in seinem Sohn Jesus ganz und gar Mensch geworden, um all das durchzumachen und zu erleiden, was auch seine Menschenkinder durchmachen und leiden.
     So, und nur so kam er in die tiefsten Abgründe menschlichen Schicksals, in Schmerzen, Angst, Verzweiflung und Leid. So, und nur so konnte und kann er dich und mich daraus retten und tut es auch. 
     In meiner Kindheit hieß es im Glaubensbekenntnis noch Jesus Christus ist „niedergefahren zur Hölle“. Die Hölle, liebe Freunde, ist nicht das, was nach dem Tod auf uns wartet. Da wartet auf jeden unser barmherziger Gott. Das hab ich inzwischen kapiert. Die Hölle ist das, was wir Menschen uns vor dem Tod zufügen, was wir auf der Erde erleiden sei es aus eigener Schuld oder sei es, weil uns ein schlimmes Schicksal begegnet. In diese Hölle ist Jesus hinabgefahren. Aus ihr holt er uns herauf. Da bleibt keiner verloren, da bleibt keiner verlassen.
     Wenn meine Kinder aus der Schule kamen, waren immer wieder mal mit Kugelschreiber ihre Hände bemalt. Und wenn ich dann fragte, was das bedeuten solle, dann sagten sie: „Ich hab mir die Telefonnummer einer Freundin aufgeschrieben, damit ich sie nicht vergesse“ oder „ich hab mir schnell noch die Mathe-Hausaufgabe auf dem Handrücken notiert.“
     Daran musste ich denken, als ich das heutige Predigtwort aus dem Jesaja-Buch gelesen habe. Und darum habe ich auch dieser Predigt die Überschrift gegeben „Der tätowierte Gott“. Denn in dem Bibelwort sagt er zu den Menschen damals und zu dir heute: »Unauslöschlich habe ich deinen Namen auf meine Handflächen geschrieben.« Immer wenn er seine Hände sieht, liest er deinen Namen. Er hat dich vor Augen, am Tag und in der Nacht, in deinen guten und in deinen schlechten Zeiten, wenn du auf ihn vertraust und wenn du verzweifelst. Mitten im Leben und wenn du stirbst. Denn auch der Tod kann deinen Namen in seinen Händen nicht auslöschen. Gott ist tätowiert mit deinem Namen und mit meinem. Daran, liebe Freunde, lasst uns denken, so oft wir den Trost brauchen, dass er an uns denkt. Denn daran halte ich fest:
     Was auch immer geschieht, Gott verlässt mich nicht.       
     Was auch immer geschieht, nichts kann mich von seiner Liebe trennen. 
 Wie schön wäre es, wenn Steve das auch glauben könnte, den seine Mutter vor 30 Jahren verlassen hat. Aber wer weiß, vielleicht ist das so. Das aber weiß ich bestimmt: Auch sein Name steht in Gottes Hand.
Amen

Gebet: Herr, das ist wahr, dass ich dich immer wieder mal vergesse im Lauf des Tages, im Lauf des Lebens. Aber du vergisst mich nicht. Du hast mich immer vor Augen und hältst deine schützende und segnende Hand über mir. Und auch das stimmt: Immer wieder mal lebe ich so, als würdest du mich nicht lieben. Aber du lässt nicht zu, dass mich irgendwas von deiner Liebe trennt, auch nicht mein Unglaube oder meine Zweifel. Denn du bist treu. Amen



Kommentare:

  1. Das ist eine hilfreiche und schöne Auslegung des Bibel Textes. Vielen Dank dafür.
    Es macht Mut an Gott festzuhalten, auch in schwierigen Situationen.

    Ich wünsche ALLEN einen schönen Sonntag.
    Dodi

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