Mittwoch, 21. April 2021

Von Gott geprüft? hl

Losung: Siehe, ich habe dich geprüft im Glutofen des Elends. Jesaja 48,10

Lehrtext: Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Lukas 6,22-23  

Liebe Leserin, lieber Leser,

das eigene Leid erscheint manchmal am größten, weil es dir besonders nahe geht, das Leid, das du an dir selbst spürst, wie eine Krankheit oder Trennung. Oder das Leid eines nahestehenden Menschen, von dem du unmittelbar betroffen bist und das zu deinem eigenen wird.

Im Krieg waren ganze Völker im Glutofen des Leids so wie auch die Israeliten zur Zeit des Propheten Jesaja oder wie die Völker Europas und in Fernostasien im Zweiten Weltkrieg. Auschwitz und Hiroshima seien hier stellvertretend genannt.

In diesen Glutöfen wird sich mancher gefragt haben: Warum? Und wer dennoch an seinem Glauben festhielt, kam vielleicht zu einem ähnlichen Ergebnis wie in der Losung: „Offenbar werde ich von Gott geprüft“. Doch wozu solch grausame Prüfungen? Um den Glauben, um die Treue zu Gott zu bewähren? Um vor ihm rein zu werden von Sünde und Schuld?

Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie ich denken würde, müsste ich in einen solchen Glutofen. Vielleicht hätte ich dann sogar ähnliche Gedanken. Aber jetzt denke ich nicht so. Ich kann mir Gott beim besten Willen nicht so vorstellen, dass er es ist, der Menschen auf diese Weise prüft. Eher hat er sich im leidenden Christus selbst und damit seine Liebe zu uns Menschen geprüft.

Wie dem auch sei: Ja, in der Geschichte der Menschen haben viele solcher Glutöfen des Elends gebrannt. Und viele haben darin gelitten. Und viele sind darin umgekommen. Doch diese Höllen haben wir Menschen uns schon gegenseitig heiß gemacht. Und wenn es sich um eine schwere, schmerzhafte vielleicht unheilbare Krankheit handelt, oder eine andere persönliche Not, an der niemand erkennbar Schuld hat, so bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als dieses sinnlose Leid hinzunehmen und zu tragen. Vielleicht bist du dann dem leidenden Christus am Kreuz näher als je zuvor und er dir.

Der Lehrtext ist noch mal ein ganz anderes Thema, wozu ich zu einer anderen Zeit Stellung nehmen werde. 

Gebet: Herr, wenn das schuldlose Leiden zur Sprache kommt, muss ich schweigen. Ich will darauf auch keine Antwort haben, da es keine gibt und jeder Versuch nur dich verhöhnen würde. Mir bleibt nur die schwache Hoffnung, dass du, der du selbst gelitten hast, den Leidenden besonders nahe bist. Und so bitte ich dich: Kyrie eleison, Herr, erbarme dich. Amen

Herzliche Grüße,

Ihr / dein Hans Löhr

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Kommentare:

  1. Warum?

    Wie oft fragt man sich:
    Warum?
    Warum ist das so?
    Warum?
    Warum muss das sein?

    Nur wenn es still wird,
    dann ist alles
    ohn’ Warum.

    Das Helle wie das Dunkle
    findet in der Stille heim
    in das Geheimnis seiner selbst.

    Und niemand fragt:
    Warum ist es
    jetzt gerade still?

    Silvia Ostertag

    Aus: »Stille finden – und daraus leben. Impulse für den Alltag

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