Sonntag, 22. Juli 2018

so oder so hl

Losung: Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes. Psalm 20,8 

LehrtextSo sei nun stark durch die Gnade in Christus Jesus. 2.Timotheus 2,1 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein untrügliches Zeichen für den Untergang von Gesellschaften und Kulturen ist, wenn sie ihr Heil in scheinbarer militärischer Stärke, in Waffen und Aufrüstung gesucht haben statt in ihren zivilisatorischen Werten wie Gerechtigkeit und Rechtstreue, Solidarität und Humanität, Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl und Glauben. Schaue ich in dieser Erkenntnis auf unsere Gegenwart, dann ist der Niedergang der Vereinigten Staaten von Amerika nur noch eine Frage der Zeit. Dann lassen auch die zur Zeit so schrillen Rufe in unserem Land nach mehr Rüstungsausgaben und militärischer Stärke nichts Gutes ahnen, während gleichzeitig der Wert der Menschlichkeit für Hilfsbedürftige von maßgeblichen Politikern in den Schmutz politischer Machtkämpfe gezogen wird. Die Frage muss erlaubt sein: Für welche zivilisatorischen Werte steht unser Land ein? Welche Werte leben wir selbst in unseren Familien und Partnerschaften, auf der Arbeit und in der Freizeit? Wie zivilisiert sind wir in unserem Umgang mit Fremden, mit Randständigen, mit Schwachen, mit den Tieren und der Natur?
     Im heutigen Losungswort aus Psalm 20 heißt es: So oder so. Da wird eine scharfe Trennlinie gezogen zwischen jenen, die sich auf ihre Panzer und Raketen (Wagen und Rosse) verlassen, und denen, „die an den Namen des Herrn denken“. Jene suchen ihr Heil in ihrer eigenen, negativen Kraft. Diese aber orientieren sich an dem, was im heutigen Lehrtext (neue Übersetzung) steht: »Werde stark im Glauben durch die Liebe, die dir mit Jesus Christus geschenkt ist.«
     Ich bin nun vor die Frage gestellt, für welche von beiden Möglichkeiten ich mich entscheide, für die militärische oder die biblische. Und da ich möchte, dass auch noch meine Kinder und Enkel in einer lebenswerten, friedlichen Welt leben können, entscheide ich mich für das Wort aus dem heutigen Lehrtext. Es gibt aber auch noch eine dritte Möglichkeit, nämlich solche Fragen und Entscheidungen von sich zu schieben, die Augen zu verschließen und zu hoffen, dass schon alles irgendwie weitergeht.

GebetHerr, du bist meine Kraft und Stärke. Auf dich will ich mich verlassen. Wecke mich und alle deine Menschen immer wieder auf, dass wir auf dich schauen und so leben, wie du es willst. Dann bleibt der Friede, und wir haben eine Zukunft. Dann ist auch für unsere Kinder und Enkel das Leben lebenswert. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 21. Juli 2018

Kinder des Weltalls – Kinder Gottes hl

​​Losung: Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. 1.Mose 2,7 

Lehrtext Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen. Epheser 2,10 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir sind aus Erdenstaub gemacht. Wir kommen aus der Tiefe des Raums und der Tiefe der Zeit, wo die Atome entstanden sind, aus denen der Staub der Erde besteht und somit auch wir. Hoimar von Ditfurth hat deshalb seinem Buch über die Entstehung des Menschen den Titel gegeben: „Kinder des Weltalls“. Doch da alles, was ist, Gott geschaffen hat, sind wir auch sein Werk wie der Stein, auf den wir treten. Jedes einzelne Atom existiert nur, weil er es will. Das glaube ich. 
     Doch, soweit ich das weiß, sind wir mehr als ein Stein. Wir sind lebendig. Nicht nur uns Menschen, allem, was lebt, hat Gott den „Odem des Lebens“ gegeben, den Lebensatem. Doch, soweit ich das weiß, sind wir mehr als alles andere, was lebt. Denn darüberhinaus hat er uns auch mit seinem Geist erfüllt. Mit dem Geist der Liebe und Barmherzigkeit, mit Bewusstsein, Verantwortungsgefühl und Verstand. Wir sind nicht nur „Kinder des Weltalls“, sondern Gotteskinder. So sind wir, was der Lehrtext sagt, „geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken“ oder in einer neueren Übersetzung: »Er hat uns durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun.«
     Gutes tun? Was könnte das sein? Wo fängt das an und wo hört es auf? Die Antwort der Bibel ist klar: Den Mitmenschen lieben. Und das hat keinen Anfang und kein Ende. Da muss ich immer wieder meine eigenen Grenzen überschreiten, meine Scheu vor allem, was fremd ist, meine Vorbehalte gegenüber muslimischen Flüchtlingen, meinen Widerwillen gegenüber denen, die mir nicht freundlich gesinnt sind, meinen Zorn auf die, welche die Grundlagen unserer Gesellschaft untergraben, weil sie all das, was in zwei furchtbaren Weltkriegen teuer erkauft worden ist, wieder in den Müll werfen: Das Mitleid, die Hilfsbereitschaft, die Menschenwürde, die Menschenrechte – all das, was unantastbar sein sollte und was einem jeden Menschen zusteht, einem jeden. Doch damit zerstören sie das Zusammenleben von uns allen und gefährden unsere Zukunft. Und wer sind diese? Nur bestimmte Politiker? Ich finde sie auch unter Nachbarn, unter Bekannten und in der eigenen Verwandtschaft.
     Ihnen also soll ich Gutes tun, ihnen all das gewähren, was sie anderen verweigern und zugleich darf ich ihnen nicht nachgeben. Dazu also hat mir Gott meine Lebenskraft, meine Lebendigkeit gegeben und seinen Geist der Liebe, der Disziplin und der Besonnenheit. Doch in Zeiten, in denen ich enttäuscht und deprimiert bin, spüre ich wenig davon. Dann bleibt mir nichts anderes übrig als zu sagen:

Gebet: Herr, mir wird manchmal alles zu viel. Ich habe dann einfach keine Kraft mehr, all das Negative auszuhalten, das sich in unserem Land breit macht. Am liebsten würde ich mich dann aus allem raushalten und vergessen, wozu du mich geschaffen hast. Darum musst du mir jeden Tag aufs Neue deinen Lebensatem geben, damit ich im Glauben und in der Liebe lebendig bleibe. Darum brauche ich jeden Tag aufs Neue deinen Geist, aus dem ich Energie, Widerstandskraft und Zuversicht schöpfen kann. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Freitag, 20. Juli 2018

Glauben im Leiden hl

Losung: Ich will sie durchs Feuer gehen lassen und läutern, wie man Silber läutert, und prüfen, wie man Gold prüft. Dann werden sie meinen Namen anrufen, und ich will sie erhören. Sacharja 13,9 

Lehrtext: Paulus schreibt: Wir rühmen uns der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung. Römer 5,3-4  

Liebe Leserin, lieber Leser,

was hat dich zum Glauben gebracht? Meistens werden das wohl Menschen gewesen sein, die Mutter, die Oma, eine Lehrerin, Freunde im Jugendkreis, Kindergottesdiensthelfer, vielleicht sogar ein Pfarrer. Aber manche haben auch durch ein besonderes Ereignis zu Gott gefunden, entweder weil sie etwas ganz besonders Schönes erlebt haben wie die Geburt eines Kindes oder etwas Schreckliches wie eine schwere Krankheit, einen Todesfall, eine Scheidung oder eine Katastrophe wie Flucht und Krieg.
     Auf Letzteres weist die Losung hin. Im Hintergrund stehen die Zerstörung Jerusalems und des Tempels, die Verschleppung der Oberschicht und die Verwüstung des Landes durch die Babylonier im Jahr 587 vor Christi Geburt. Damals fragten sich die Menschen, wie sollen wir das mit Gott zusammenbringen? Und so wurde dieses Ereignis in den Prophetenbüchern des Alten Testaments als Strafe für die eigene Gottlosigkeit, für Rechtsbruch und Machtmissbrauch, für die Unterdrückung der sozial Schwächeren und für die Hinwendung zu fremden Göttern verstanden.
     Des Propheten Sacharjas Sätze, aus denen die Losung heute kommt, sollten aber nicht nur eine Erklärung sein. Aus ihnen spricht auch die jahrtausende alte und nach wie vor aktuelle Erfahrung, dass Menschen sich Gott oft erst in persönlichen und allgemeinen Katastrophen wieder zuwenden. Darum waren nach dem 2. Weltkrieg mit seinen entsetzlichen Folgen die Kirchen in Deutschland wieder voll bis - ja bis es den Leuten wieder gut ging und sie an die Schrecken und das Elend der Vergangenheit nicht mehr denken wollten ...
     Aber straft Gott auf diese Weise? Schickt er seine Gläubigen durch die Feuerprobe der Leiden? Manche glauben das und berufen sich auf die Worte aus den biblischen Prophetenbüchern und die apokalyptischen Aussagen im Neuen Testament. Ich glaube das nicht. Was wäre damit auch gewonnen? Was wäre ein solcher Glaube wert, den Gott erst mit Schlägen wecken muss?
     Ich weiß, dass Unglück, Leid und Katastrophen zum Leben auf dieser Erde dazugehören. Ich weiß nicht, warum das so ist. Ich weiß nur, dass es so ist. Es gibt eben nur diese Erde und auf ihr nur diese Art von Leben: Licht und Finsternis, Freude und Leid, Glück und Unglück, Leben und Tod. Aber ich glaube auch, dass stimmt, was der Prophet Jesaja dazu sagt: "So spricht der Herr, Du gehörst mir. Wenn du durchs Wasser (der Angst) gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer (der Leiden) gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen. So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir." Jesaja 43,2
     Und der Apostel Paulus konnte den Leiden, die er in seinem Dienst auf sich nehmen musste, auch etwas Positives abgewinnen, da er schreibt: "Wir danken Gott auch für die Leiden, die wir wegen unseres Glaubens auf uns nehmen müssen. Denn Leid macht geduldig, Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum stärkt unsere Hoffnung" (Lehrtext). Und er fügt hinzu: "Diese Hoffnung aber trügt nicht. Denn uns ist der Heilige Geist geschenkt, und durch ihn hat Gott unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt." Römer 5,5
     Wenn ich schon leiden muss aus welchem Grund auch immer, dann wünsche ich mir, dass es auch bei mir so sein möchte, dass das Leid meinen Glauben vertieft und mich nur noch näher zu Gott bringt.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass ich in Zeiten, in denen es mir gut geht, glauben kann. Ich bitte dich, dass du mir auch dann den Glauben erhältst, wenn es mir schlecht geht. Dann will ich noch näher bei dir sein und vertrauen, dass du bei mir bist, mir mein Leid tragen hilfst und es zum Guten wendest. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Donnerstag, 19. Juli 2018

Ich bin der Größte – oder nicht? hl

Losung: In deiner Hand, HERR, steht es, jedermann groß und stark zu machen. 1.Chronik 29,12 

LehrtextEs kam unter den Jüngern der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte wäre. Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich. Lukas 9,46-47

Liebe Leserin, lieber Leser,

ach Mensch, warum muss denn Jesus uns Männern immer die Party verderben? Damit meine ich das Gerangel um die vordersten Plätze. Wer wäre denn nicht gerne der Größte? Der Berühmteste? Der Mächtigste? Der Reichste? Der Beliebteste? Schon auf dem Schulhof prügeln sich die Buben darum, wer der Stärkste ist. Zumindest war das zu meiner Zeit so. Und warum tun wir Männer das? Doch nur, um die Frauen zu beeindrucken. Oder? Ich schreibe das mit einem gewissen Augenzwinkern. Meine aber auch, dass da schon was dran ist.
     Und da kommt also Jesus, schaut auf den Petrus, den Johannes und all die anderen Jünger (aus denen die Kirche später flugs Heilige gemacht hat), verdreht die Augen, seufzt, denkt sich „O Gott, muss ich wirklich mit diesen Typen dein Reich bauen?“, und verdirbt ihnen die Rangel-Party, indem er schlicht und einfach ein Kind neben sich stellt. Hm, damit lässt er auch bei mir die Luft raus, bei dem er auch schon, wer weiß wie oft, die Augen verdrehen musste.
     Ein Kind? Ein Kind soll größer und wichtiger sein als der „heilige“ Petrus? Was da wohl die Kardinäle, Bischöfe, Theologen und Pfarrer dazu sagen und all die, die sie anhimmeln? Schauen wir in die Bibel und lesen wir die Losung im Zusammenhang. Was steht denn da wirklich? »Es kam aber unter seinen Jüngern der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte wäre. Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.« 
     Genau genommen macht Jesus mit dieser Erklärung alles nur noch schlimmer. Er selbst und Gott in ihm kommt in den Geringsten und Kleinsten zu mir. Er kommt nicht in den kirchlichen und weltlichen Würdenträgern, nicht in den Promis und Stars. Er kommt in einem Kind, in einem Gefangenen, in einem Flüchtling, in einem pflegebedürftigen Menschen, in einem Bettler ... (siehe wieder einmal Matthäus 25,35-40). So kommt er zu dir und zu mir. Und er fragt nicht, ob uns das gefällt. Er sagt: Wenn du mich bei dir haben willst, dann nur so. „Aber, aber, aber …“ geht es mir durch den Kopf. Und er antwortet in meinem Herz: „Kein Aber!“.
     Es steht in Gottes Hand, nach unseren Maßstäben groß und stark zu machen, wen er will, sagt die Losung. Allerdings geschieht das nur auf Zeit. Spätestens wenn er den Tod schickt, passen auch die Größten in dessen Sack. Und das stimmt ja auch, dass es mit der menschlichen Größe der Großen meist nicht so weit her ist. Man muss nur aufmerksam die Biografien „großer“ Menschen lesen, um zu erfahren, wie erbärmlich sie im Umgang mit anderen oft waren, selbst unser großer Dichterfürst Goethe. 
     So also gibt mir Jesus mit seinem Satz »Wer der Kleinste unter euch allen ist, der ist groß“ ein Wort, an dem ich noch lange zu knabbern habe.

Gebet: Herr, gib mir deinen Blick, damit ich das, was wirklich groß ist, im Kleinen sehen kann und mir das, was mir groß erscheint, nicht den Blick auf dich verstellt. Denn du kommst zu mir in Menschen, die in dieser Welt unscheinbar sind und nichts zählen. Komm auch du in barmherzigen Menschen zu mir, wenn einmal sonst kein Hahn mehr nach mir kräht. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 18. Juli 2018

Wer macht den ersten Schritt? hl

LosungKehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion. Jeremia 3, (12-)14 

LehrtextWer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Johannes 6,37 

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Zusammenhang und in einer neuen Übersetzung heißt das Losungswort: »Ich bin ein barmherziger Gott und werde dir vergeben. Nur – sieh deine Schuld endlich ein! Gib zu, dass du dich von mir, deinem Gott, losgesagt hast, dass du hinter anderen Göttern hergelaufen bist. Auf mich wolltest du einfach nicht hören. Kehr um, abtrünniges Volk, denn ich bin immer noch dein Herr!«
     Was dieses Wort mir zu sagen hat, hat entscheidend mit der Struktur zu tun, in der es gesagt ist: Zuerst kommt Gottes Zusage „Ich bin …“ und dann erst seine Aufforderung „… Kehr um!“ Auf diese Weise lädt Gott mich ein, über mein Leben nachzudenken, mich zu besinnen, mir seine Kritik sagen zu lassen und daraus die Folgen zu ziehen.
     Unter uns Menschen ist das oft umgekehrt. Da wird zuerst gefordert und befohlen und die Bedingung gestellt: Erst wenn du getan hast, was ich will, dann will ich auch gut zu dir sein. Das ist dann keine Einladung mehr, sondern Druck um nicht zu sagen eine Drohung.
     So könnte man auch den Lehrtext heute verstehen: „Erst musst du kommen, dann werde ich dich nicht hinausstoßen.“ Und so wird er auch oft missverstanden. Und so missverstehen auch viele Gott bzw. Jesus, dass er zuerst eine Bedingung stellen würde "Komm her!" Und erst, wenn sie erfüllt ist, würde er auch die Zusage geben: "Du musst den ersten Schritt tun, dann werde ich dich nicht rauswerfen". Doch um diesen Satz richtig zu verstehen, hängt alles davon ab, wer ihn sagt. Und das ist der, der längst schon den ersten Schritt getan hat, der längst schon zu dir und mir gekommen ist, bevor wir zu ihm kommen können. Schon 2000 Jahre vor unserer Geburt lag er für dich und für mich in der Krippe und hing am Kreuz. Warum sollte ich nicht zu ihm kommen wollen, der mir mit offenen Armen entgegenkommt? (vgl. Schlüsselgeschichte Lukas 15,3-6)

Gebet: Herr, du bist treu und stehst zu deinem Wort. Aber ich kann mir nicht trauen. Jetzt glaube ich an dich. Aber was wird morgen sein? Was wird mir zustoßen, das mich von dir abbringen kann? Bleibe bei mir, auch wenn ich nicht bei dir bleibe. Geh mir nach, auch wenn ich davonlaufe. Suche mich und bring mich zurück zu dir. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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Dienstag, 17. Juli 2018

Rechte und Pflichten eines Christen hl

​​Losung: Der HERR spricht: Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. 2.Mose 19,6 

LehrtextJesus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Johannes 20,21 

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach katholischem Verständnis sind Priester durch ihre Weihe aus der Gemeinde der Glaubenden herausgehoben. Sie haben besondere Rechte und besondere Pflichten. Sie dürfen "heilige" Rituale feiern, was den Laien verwehrt ist. Auch evangelische Geistliche erhalten durch ihre Ordination besondere Rechte und Pflichten. Sie sind aber nicht geweiht und stehen deshalb auf derselben Stufe wie die Glaubenden. Zumindest sollten sie das. Auch sie haben das Recht, öffentlich zu predigen, zu taufen und das Abendmahl zu feiern. Aber, und darin besteht ein fundamentaler Unterschied zur katholischen Kirche, auch jeder getaufte evangelische Christ hat grundsätzlich dieses Recht. Martin Luther nennt dies das „Priestertum aller Getauften“. Die Gemeindeglieder übertragen sozusagen dieses Recht an Personen, die es aufgrund ihrer Ausbildung stellvertretend für sie ausüben. Aber sie behalten dieses Recht und können es im Bedarfsfall, wenn zum Beispiel kein Pfarrer oder keine Pfarrerin zur Verfügung steht, in Anspruch nehmen. Martin Luther hat dieses Recht aus der Bibel abgeleitet, nicht zuletzt aus unserem heutigen Losungswort. 
     Aber aus alledem ergibt sich auch die Pflicht, dass ich mich als Christ, ob ich Pfarrer bin oder nicht, von Jesus senden lasse, die gute Nachricht von Gottes Liebe und Barmherzigkeit weiterzugeben und nach ihr zu leben (Lehrtext). Und wie? Erstens als einer, der seinen Frieden in sich trägt. Zweitens als einer, der mit dieser Nachricht und in diesem Frieden unter die Menschen geht. 
     Ich weiß, dass viele sich genieren, anderen von ihrem Glauben zu erzählen. Das hat auch damit zu tun, dass sie dazu nicht ermutigt worden sind. Umso dankbarer bin ich für die Ehrenamtlichen in unserer Gemeinde, die das in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder auch in einem Hauskreis Erwachsener tun. 
     Aber da ist noch etwas, was schwerer wiegt als die eigene Scheu. Jesus sendet ja nicht nur seine Jünger, sondern alle, die an ihn glauben, »wie Lämmer mitten unter die Wölfe« (Lukas 10,3) In unserem Land müssen wir zur Zeit nicht fürchten, von fanatischen „Wölfen“ zerrissen zu werden, die nicht dulden wollen, dass wir Jesus als unseren einzigen Herrn anerkennen. Uns bedrohen hier weder totalitäre Ideologien wie der Nationalsozialismus oder Kommunismus noch fanatische Islamisten. Vielleicht muss man früher oder später als Christ solchen äußeren Bedrohungen wieder einmal standhalten und um seines Glaubens willen dafür leiden. Doch jetzt kommt die Bedrohung von innen, von der eigenen Gleichgültigkeit gegenüber Gott, von der Nachlässigkeit im Glauben, von einem Lebensstil, mit dem sich ein Mensch all den Oberflächlichkeiten ergibt, die ihm Mode und Medien aufdrängen. Jetzt kommen die Wölfe im Schafspelz von Unterhaltung und Konsum daher und bemächtigen sich der Seelen.
     Das ist ein hartes Wort. Ich will damit nicht andere beschuldigen, sondern mich selbst und meinen Lebensstil hinterfragen. Denn ich weiß, wovon ich rede, welchen Versuchungen ich erliege und welche Kompromisse ich mache.

Gebet: Herr, ich nehme gern all das Gute an, das du mir gibst. Aber ich soll ja deine Güte auch anderen weitergeben, soll so von dir reden und so leben, dass du durch mich wirken kannst. Soll mich von dir senden lassen, auch wenn ich auf Ablehnung stoße, auf Gleichgültigkeit oder Spott. Doch du bist bei allen, die in deinem Namen reden und leben. Ermutige mich immer wieder, das zu tun, damit da, wo ich bin, die Welt durch dich ein bisschen heller wird. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Montag, 16. Juli 2018

Krieg und Frieden hl

Losung: Der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden. Psalm 29,11 

LehrtextGott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles. Apostelgeschichte 10,36 

Liebe Leserin, lieber Leser,

schon viele Tage bin ich in dem Romanozean "Krieg und Frieden" von Graf Leo Tolstoi versunken. Darin geht es zentral um den Feldzug Napoleons gegen Russland im Jahr 1812 und wie sich dieser Krieg auf das damalige russische Gesellschaftsleben auswirkt. Der tiefgläubige und kirchenkritische Christ Tolstoi beschreibt nicht nur den Wahnsinn des Krieges, sondern auch den Irrsinn militärischen Denkens und Handelns. Er hoffte mit seinem Meisterwerk die Menschen seiner Zeit und nachfolgende Generationen davon überzeugen zu können, dass Militär in jeder Form, zu jeder Zeit und in jedem Land nur Leid, Tod und Verderben bringt, aber nicht den Frieden. 
     Leider ist ihm das nicht gelungen. Die Kriege in Europa gingen weiter und gipfelten 100 Jahre später im Ersten Weltkrieg und bald darauf im Zweiten Weltkrieg. Und heute? Gerade in diesen Tagen wird wieder eine drastische Erhöhung der Rüstungsausgaben gefordert und diskutiert. Darüber freut sich die Rüstungsindustrie. Und so vergiftet militärisches Denken wieder die Köpfe mit unabsehbaren Folgen. Der Etat des Entwicklungsministers, der wesentlich dazu beiträgt, Fluchtursachen zu verhindern, wird hingegen von der Regierung gekürzt. Es gelingt vielen Menschen einfach nicht, sich eine Welt vorzustellen, in der es kein hochgerüstetes Militär mehr gibt. Nach wie vor verspricht man sich Sicherheit und Frieden von einer Macht, die das Gegenteil schafft. 
     In den ersten 300 Jahren nach Christi Geburt haben Christen den Waffendienst abgelehnt. Sie konnten ihren Glauben an Jesus nicht mit militärischer Gewalt vereinbaren. Doch in dem Augenblick, als das Christentum Staatsreligion wurde, hat man wieder den Götzen „Militär“ angebetet. Die Folgen sind bekannt. Man muss nur wissen wollen, was war und die Geschichte zur Kenntnis nehmen. Das ist anstrengend. Aber ohne Wissen geht es nun einmal nicht.
     In der Losung heißt es ganz lapidar: „Der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden.“ Es heißt nicht, der König wird es tun oder ein Präsident, ein Kanzler oder General. Denn diese sind dazu nicht in der Lage, weil die Sicherung ihrer eigenen Macht im Vordergrund ihrer Interessen steht. Und im Lehrtext heißt es ebenso lapidar: Gott hat dem Volk Israel Frieden verkündigt durch Jesus Christus und nicht Krieg. Er ist der Herr und nicht irgendein Oberbefehlshaber. Bereits im Alten Testament tritt immer stärker die Botschaft hervor, dass man Gott mehr vertrauen soll als der militärischen Gewalt. Im Neuen Testament, in den Evangelien ist das dann sonnenklar. Jesus, der Waffen ablehnt und die Liebe auch zu den Feinden verlangt, sagt: »Selig und glücklich zu preisen sind, die Frieden schaffen. Sie werden Gottes Kinder heißen.« Das ist nicht nur eine Aufgabe für die Regierenden, sondern auch für dich und für mich. Denn der Friede beginnt im Kopf und Herzen eines jeden Menschen. Gott vergibt mir, damit ich mit mir, mit ihm und meinen Mitmenschen im Frieden leben kann. Das ist, wie wenn ein großer Tropfen ins Wasser fällt, der immer weitere Kreise zieht. Jeder von uns kann so ein Tropfen sein. Jeder von uns hat Verantwortung für den Frieden, für den kleinen in seiner unmittelbaren Umgebung und damit auch für den Frieden in der Welt. 

Gebet: Herr, ich bitte dich um deinen Frieden in mir. Fülle mit ihm mein Fühlen und Denken. Hilf mir, ein Mensch des Friedens zu sein in dieser friedlosen hasserfüllten und gewaltsüchtigen Welt. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Sonntag, 15. Juli 2018

Wen ehrst du? hl

Losung: HERR, du dämpfest der Tyrannen Siegesgesang. Jesaja 25,5 

LehrtextDazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1.Johannes 3,8 

Liebe Leserin, lieber Leser,

möchtest du unter einem Tyrannen leben? Bis vor 73 Jahren lebten unsere Eltern und Großeltern unter dem Hitler-Tyrannen. Viele von ihnen hatten ihn gewählt, ihm begeistert zugejubelt und sind ihm wie die Lemminge in Krieg und Untergang gefolgt. Hätte man damals zu ihnen gesagt: „Ihr unterstützt einen Tyrannen“, sie hätten das weit von sich gewiesen. Denn für sie war er kein Tyrann, sondern der Führer. Nun, inzwischen sind die Siegesgesänge der Nazis verstummt, auch wenn es noch immer oder schon wieder Leute gibt, die der Nazi-Ideologie anhängen.
     Tyrann kann nur der werden, wer genügend Unterstützer hat. Aber warum geschieht das? Warum sehnen sich auch heute schon wieder so viele nach einem starken Mann, der ihnen sagt, was sie tun sollen, der ihnen Entscheidungen abnimmt, der stellvertretend für sie auf den Tisch haut? Warum lassen sie sich von solchen Leuten belügen, die behaupten, ihr Land wieder groß machen zu wollen und es letzten Endes doch nur zugrunde richten und andere mit?
     Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, was gegen ein solch schädliches Virus hilft. Es ist das alte Bekenntnis der ersten Christen, die sich von weltlichen Herrschern abgewandt und stattdessen gesagt haben: „Unser Herr ist nicht der Kaiser in Rom und nicht der König in Jerusalem. Kyrios Christos! - Christus ist der Herr, dem wir gehören, den wir ehren, dem wir folgen, dem wir ergeben sind.“ Sie haben für diese klare und eindeutige Entscheidung Nachteile in Kauf nehmen müssen bis hin zu Martyrium. Aber sie haben an diesem Bekenntnis festgehalten, sonst wäre der Glaube nicht bis zu unseren Vorfahren gekommen und wären auch wir heute keine Christen.
     In den Kirchengottesdiensten singen wir jeden Sonntag: „Allein Gott in der Höhe sei Ehr!“ Wissen wir, was wir da singen? Wenn wir das ernst meinen, dann heißt das doch, dass keinem Menschen Ehre gebührt, er sei Kaiser oder Papst, Bundeskanzlerin oder Bischof, Fußballstar oder Wirtschaftsboss. Nur Gott allein, wie er uns in Jesus begegnet, gebührt unsere Ehre. Bei allen anderen Menschen aber müssen wir anerkennen, dass sie ihre von Gott verliehene Menschenwürde haben, zuerst die Kinder und die mit Demenz, zuerst die Schwachen und Benachteiligten, die Hilfsbedürftigen und Flüchtlinge. Indem ich ihre Würde achte, ehre ich in ihnen Gott, ihren und meinen Schöpfer, ihren und meinen Herrn. Wie kann ich Christ sein, wenn ich das nicht tue? Wie kann ich auf Gott hoffen, wenn die nicht auf mich hoffen können, in denen mir Jesus begegnet, „in den Geringsten unter seinen Brüdern und Schwestern“, wie er selbst sagt? (Matthäus 25,40)
     Er ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören, heißt es in der Losung. Er zerstört sie nicht mit Feuer und Schwert, mit Geld, Macht und Gewalt. Er zerstört die Werke des Teufels mit einer Futterkrippe, mit Windeln, mit dem Kreuzgalgen, an dem man ihn umgebracht hat. Dort starb er in größter Ohnmacht. Doch gleichzeitig erschien dort seine Macht, die über alle anderen Mächte triumphiert, die Macht der Liebe auch zu seinen Feinden. Dieser am Karfreitag gestorbene und an Ostern auferstandene Jesus Christus ist unser Herr, deiner und meiner. Ihm gehören wir im Leben und im Sterben. Und darum bin ich in dieser Welt mit ihren großen und kleinen Tyrannen, mit ihren aufgeblasenen Machthabern und gewissenlosen Ministern »ein fröhlicher Partisan des lieben Gottes« (Karl Barth).

Gebet: Herr, die Zeichen in dieser Welt stehen auf Sturm. Wer weiß schon, wie sehr ihm der Wind noch ins Gesicht blasen wird. Doch ich will mich davon nicht irre machen lassen. Will nicht Ausschau halten nach starken Männern, die mich und die Meinen vielleicht retten könnten. Ich schaue auf dich. Du allein hast die Macht über Glück und Unglück, Krieg und Frieden, Sicherheit und Untergang. Nichts, was geschieht, geschieht ohne dich. Gib mir die Kraft darauf zu vertrauen, dass du alles so lenkst und fügst, wie du es willst und wie es letzten Endes zu unserem Besten dient. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Samstag, 14. Juli 2018

einander gerecht werden hl

Losung: Der HERR ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren! Jesaja 30,18 

Lehrtext Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt ihr: Wer die Gerechtigkeit tut, der ist von ihm geboren. 1.Johannes 2,29 

Liebe Leserin, lieber Leser,

zwischen dem, was recht ist und dem Recht sehe ich einen Unterschied. Er kommt in der Redensart zum Ausdruck: Vor Gericht genügt es nicht, recht zu haben, man muss auch Recht bekommen.
     Da ist zum einen das geschriebene Recht, das in Gesetze gegossen worden ist. Das Alte Testament ist voll davon. Ein solches Recht ist oft zu starr, als dass es dem Leben eines Einzelnen gerecht werden könnte. Doch genau darum geht es meines Erachtens im Glauben: Wie wird Gott mir gerecht und wie bin ich ihm recht? 
     Hätte Jesus nur nach den damals gültigen Gesetzen geurteilt, wäre er genauso unbarmherzig gewesen wie die religiösen Gesetzeslehrer seiner Zeit. Dann hätte die Ehebrecherin gesteinigt werden müssen, über die er ein Urteil fällen sollte (Johannes 8, 2-11). Dann hätte er den betrügerischen Zolleinnehmer Zachäus (Lukas 19,7+8) bei den Behörden anzeigen müssen. Dann hätten die Leprakranken (Aussätzigen) sich ihm nicht nähern dürfen und er hätte zu ihnen auf Abstand bleiben müssen (Markus 1,40-42). Dann müsste er jetzt zu mir sagen: Zeige erst einmal, dass du ein untadeliges Leben führen kannst, strenge dich erst mal an und erfülle Gottes Willen, dann will ich mich dir zuwenden und dir gnädig sein. 
     Aber dann hätten die Menschen damals gleich Juden bleiben können und hätten nicht Christen werden müssen. Dann hätte er im Bett sterben können und nicht am Kreuz sterben müssen, weil ich dann mein Versagen, meine Sünde und Schuld, selbst tragen müsste und er sie nicht auf sich genommen hätte.
     In einer neuen Übersetzung heißt der Lehrtext: "Ihr wisst, dass Christus so gelebt hat, wie es Gott gefällt. Also könnt ihr davon ausgehen, dass jeder, der ebenso lebt, zu seinen Kindern gehört." Und wie hat Christus gelebt? Hat er den Menschen neue Mühlsteine mit neuen Gesetzen um den Hals gehängt? Sein zentrales Gesetz heißt: "Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst." Indem er selbst das tut, wird er dir und mir gerecht und macht uns so auch Gott recht. Und du und ich? Wir sollen ihm darin folgen, damit wir einander gerecht werden und ihm recht sind.

Gebet: aus Psalm 103:
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler. Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Freitag, 13. Juli 2018

Glaubensfundamente hl

Losung: Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Jesaja 45,12 

LehrtextGott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Apostelgeschichte 17,27 

Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht meinen manche, die diese Losungsauslegungen lesen, ich sei ein religiöser Fundamentalist, einer, mit dem man über den Glauben nicht reden kann. Ich selbst sehe das natürlich anders. Aber richtig ist, dass mir die Fundamente meines Glaubens wichtig sind. Denn auf ihnen baue ich mein kleines Lebenshaus. Losung und Lehrtext heute sind für mich solche Fundamente, also grundlegende Bibelworte, ohne die ich nicht glauben und leben möchte. 
     Ja, Gott ist der Schöpfer aller Dinge, von Himmel und Erde, von allem was lebt, von den größten Strukturen im Universum bis hin zu den kleinsten Bausteinen der Materie. Und darum ist er ja auch mein Schöpfer (Losung). Er hat er mich gewollt und geschaffen, weil er mich liebt. Und darum ist er nicht irgendwo hinter den Wolken oder in fernen Galaxien. Sondern er umgibt mich Tag und Nacht von allen Seiten. Er war Zeit meines Lebens bei mir. Er ist es jetzt (Lehrtext). Und er wird es immer sein. Das zeigt er mir mit Jesus. Das glaube ich. Darauf verlasse ich mich.

Gebet: Herr, du bist ständig für mich und deine Geschöpfe da. So erhältst du uns am Leben. Aber ich bin nicht ständig für dich da. Ja, ich denke im Gebet an dich und auch sonst mal zwischendurch. Aber oft bin ich mit meinen Gedanken ganz woanders und denke und rede so wie andere Menschen auch, denen ich begegne und die leben, als ob es dich nicht gäbe. Aber du bist und bleibst die Quelle meines Lebens, die Quelle meines Glaubens, die Quelle meiner Freude. Hole mich immer wieder zu dir zurück, wenn ich mich in dieser Zeit und Welt zu verlaufen drohe. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Donnerstag, 12. Juli 2018

berühren und berührt werden hl

Losung: Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Jesaja 11,2 

LehrtextAlles Volk suchte Jesus anzurühren; denn es ging Kraft von ihm aus. Lukas 6,19 

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Geist Jesu kann Leben verändern. Davon bin ich überzeugt. Du musst dazu Jesus nicht leibhaftig berühren, wie es manche Menschen zu seiner Zeit getan haben (Matthäus 9,20-22). Du kannst dich auch von seinem Geist auf heilsame Weise beeinflussen lassen, indem du immer wieder in den Evangelien liest, die Geschichten und Worte, die er gesagt hat, verinnerlichst und so seinen Geist, der darin „konserviert“ ist freisetzt und wirken lässt. Dabei hilft ein Gebet oder Lied wie das von Albert Frey, das ich unten abgedruckt habe.
     In dieser Welt sind so viele „Geister“, die uns beherrschen möchten, der Geist der Hartherzigkeit und Aggression in den politischen Debatten unserer Zeit; der Geist, zu kurz zu kommen und eben auch der Geist des Säkularismus, der sich in den Köpfen so vieler Menschen eingenistet hat, selbst wenn wenn auf ihrer Lohnsteuerkarte „evangelisch“ oder „katholisch“ steht. Wie soll auch jemand Jesu heilsame Kraft spüren, wenn er ihm fremd geworden ist, wenn er den Kontakt zu ihm und damit den Glauben verloren hat? Denn er ist es doch, auf dem Gottes Geist (Losung) ruht, der Geist des Friedens und der Versöhnung. Diese Welt ist auch deshalb immer noch ein lebenswerter Ort, weil hier sein Geist wirkt. Ich wünsche mir, dass er das auch in mir und durch mich tut.

Gebet
Einen Augenblick berührn
Und die Kraft, die von dir ausgeht
Tief in meinem Innern spürn
Nur ein Blick aus deinen Augen,
Nur ein Wort aus deinem Mund
Und die Heilungsströme fließen
Meine Seele wird gesund

Jesus, berühre mich
Hole mich ab, öffne die Tür für mich
Nimm mich an deiner Hand, entführe mich
In deine Gegenwart
Jesus, ich spüre dich,
Strecke mich aus nach dir, berühre dich
Und mein Herz brennt von Neuem nur für dich
In deiner Gegenwart. Amen

(Textauszug aus dem Lied „Jesus, berühre mich“ von Albert Frey)

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Mittwoch, 11. Juli 2018

Der ganz andere Gott hl

LosungJesaja sprach: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen. Jesaja 6,5 

LehrtextDarum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten. Epheser 4,25 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie Menschen Gott erleben, hängt auch von den Umständen ab, in denen sie leben. Ich erlebe Gott als den liebenden und segnenden, als den, der mich behütet und mir nahe ist. Das hat auch damit zu tun, dass ich nie einen Krieg oder eine schlechte Zeit erlebt habe, dass ich gesund bin, eine wunderbare, große Familie habe und in einem schönen Pfarrhaus mit großem Garten wohnen kann. Alles in allem kann ich nur dankbar sein und bin es auch. Und nicht zuletzt deswegen kann ich auch sagen: Ja, ich liebe Gott.
     Vor 100 Jahren war eine andere Situation. Der erste Weltkrieg ging gerade zu Ende. Er war für die Völker Europas eine nicht für möglich gehaltene Katastrophe. Alle bisherigen Gewissheiten waren bis in die Grundfesten erschüttert, auch, was man von Gott zu wissen meinte und wie man ihn geglaubt hatte.
     Da hörte man von einem jungen Pfarrer aus der Schweiz plötzlich eine neue und ganz andere Stimme. Nun war Gott nicht mehr die Zierde der eigenen Nation, den man auf seiner Seite wähnte. Nun war er nicht mehr ein Nationalgott, den man für seine Zwecke vereinnahmen konnte. Auch nicht mehr der oberste Feldherr. Stattdessen sagte Karl Barth, dieser junge Pfarrer, der später der wichtigste Theologe des 20. Jahrhunderts werden sollte: Gott ist der ganz andere. Er entzieht sich allen Zugriffen von uns Menschen. Er ist nicht der Zuckerguss auf unserem Leben, sondern stellt es radikal infrage. Gott ist uns fremd, denn er ist heilig und wir sind Sünder …
     Dieser neue Ton ließ die Menschen damals vor 100 Jahren aufhorchen und sie konnten sagen: Ja, das stimmt überein mit dem, was wir im Krieg erfahren und erlebt haben und mit dem, wie wir uns selbst erfahren und erleben.
     Die heutige Losung erzählt davon, dass auch der Prophet Jesaja eine verstörende Erfahrung gemacht hatte. In einer Vision im Jerusalemer Tempel erlebt er Gott als den Heiligen, der alle Maßstäbe sprengt, den niemand mit seinem Verstand fassen kann, der letztlich rätselhaft und geheimnisvoll bleibt, unnahbar und so ganz anders, als wie es die Pfarrer und Theologieprofessoren bisher gesagt haben. Und demgegenüber erlebt Jesaja sich selbst als hinfälligen, zerbrechlichen und sterblichen Menschen. Als einen, der vor dem heiligen Gott ein jämmerliches Bild abgibt, der erkennt, welch erbärmliche Gedanken, und Gefühle in ihm wohnen, welch problematische Worte aus seinem Mund kommen und wie zweifelhaft alles ist, was er tut.
     Auch die Zeit, in der Jesaja gelebt hatte, war eine Krisenzeit, in der furchtbare Feinde vor den Toren Jerusalems standen bis sie schließlich die Stadt eroberten und den Tempel zerstörten - nicht zuletzt auch deshalb, weil Krone und Kirche auf die Propheten nicht hören wollten.
     Doch in alledem entdecke ich auch etwas Tröstliches, nämlich dass sich Gott seinen Menschen nicht gänzlich entzieht, sondern ihnen immer wieder neu und anders begegnet, sodass man selbst in Katastrophen wieder an ihn glauben und auf ihn vertrauen kann.
     Im Lehrtext geht es darum, welche Konsequenz das für ein Menschenleben hat, wie man also angesichts dieses heiligen Gottes leben soll. Und so bringe ich zum Schluss den Lehrtext in einer neuen Übersetzung und in dem Zusammenhang, in dem er steht:
     »Lasst euch in eurem Denken verändern und euch innerlich ganz neu ausrichten. Zieht das neue Leben an, wie ihr neue Kleider anzieht. Ihr seid nun zu neuen Menschen geworden, die Gott selbst nach seinem Bild geschaffen hat. Jeder soll erkennen, dass ihr jetzt zu Gott gehört und so lebt, wie es ihm gefällt. Belügt einander also nicht länger, sondern sagt die Wahrheit (Lehrtext). Wir sind doch als Christen die Glieder eines Leibes, der Gemeinde von Jesus. Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt.« (Epheser 4,21-25)

Gebet: Herr, immer wieder einmal passieren Dinge, die wie ein Spiegel sind, in dem ich mich selbst erkenne. Dann sehe ich mich ungeschminkt mit meinen Fehlern und hässlichen Seiten. Dann wird mir klar, wie ganz anders du bist, der Heilige und Ewige. Doch auch in den Krisen meines Lebens bleibst du mir zugewandt und ich kann dich neu glauben und dir neu vertrauen. Zeige dich mir und den Menschen meiner Zeit so, dass wir dich aufs Neue als unseren Gott erkennen, als den, der groß genug ist, um sich auch uns kleiner Menschen zu erbarmen. Amen

Herzliche Grüße


Hans Löhr

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