Mittwoch, 22. August 2018

In der besten aller Welten, aber … hl

Losung: HERR, nach deiner großen Barmherzigkeit hast du mit deinem Volk nicht ein Ende gemacht noch es verlassen. Nehemia 9,31 

LehrtextWir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, und beten allezeit für euch. Kolosser 1,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Hunger, Krieg, Krankheit, Hunger, Krieg, Krankheit - das war der Rhythmus, nach dem die Menschen bis ins letzte Jahrhundert überall auf der Welt gelebt haben, seitdem sie vor 70.000 Jahren auf der Bühne des Lebens erschienen sind. Inzwischen hat sich das deutlich geändert. Hunger gibt es nur noch dort, wo die politische Führung versagt. Heute sterben deutlich mehr Menschen an Übergewicht als an Hunger und pro Jahr sterben weltweit zwar zwischen hundertfünfzig- und zweihunderttausend Menschen durch kriminelle, terroristische und kriegerische Gewalt, aber sechsmal so viele im Straßenverkehr und achthunderttausend durch Selbstmord. Wir leben weltweit, allen negativen Nachrichten zum Trotz, in verhältnismäßig friedlichen Zeiten. Auch die Seuchen haben wir weitgehend im Griff. Die Pocken zum Beispiel sind ausgerottet. Auch die Pest stellt keine Gefahr mehr dar. Und selbst die Armut ist weltweit auf dem Rückzug. 
     Aber sind wir deshalb zufriedener und glücklicher als unsere Vorfahren? Die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema deuten nicht darauf hin. Oder sind wir Menschen vor allem in den westlichen Wohlstandsgesellschaften gläubiger als unsere Vorfahren, dankbarer und leben wir mit mehr Gottvertrauen? Da braucht es keine wissenschaftliche Untersuchung. Diese Frage kann jeder nach kurzem Nachdenken mit Nein beantworten. Und leben wir sicherer? Nach wie vor hängt die Atombombe über unseren Köpfen. Und die Gefahr, dass wir aus Gier den Ast der Lebensgrundlagen absägen, auf dem wir sitzen, steigt täglich.
     Nun könnte man auf den naheliegenden Gedanken kommen, was die Religion nicht geschafft hat, hat die Wissenschaft geschafft. Ihr hätten wir die besseren Lebensumstände zu verdanken. Doch wer so denkt, teilt die Wirklichkeit in verschiedene Teile ein, die unabhängig voneinander oder im Widerspruch zueinander stünden. Hier der Glaube, dort die Wissenschaft, hier die Politik, dort die Religion, hier die Geschichte, dort die Kultur, die Wirtschaft usw.
     Mit den Augen des Glaubens sehe ich nur einen großen Zusammenhang und darin Gott am Wirken. Wieso sollte die moderne Wissenschaft oder die Wirtschaft nichts mit ihm zu tun haben? Er ist ja das große Ganze, aus dem alles hervorgeht. Seine Schöpfung ist noch längst nicht zuende. Seine Kraft wirkt in allem, was ist. Auch jetzt in diesem Augenblick. 
     Viele Dinge und Entwicklungen verstehe ich allerdings nicht. Ich kenne auch nicht den Weg, den die Menschheit und den ich persönlich in Zukunft gehen werden. Ich weiß keine befriedigende Antwort nach dem Woher und Warum des Bösen und des Leids. Genauso wenig weiß ich, warum ich Gutes und Glück erfahre. Ich kann nur ausgehen, von dem, was ich persönlich erlebe und es in Beziehung setzen zu dem, was andere erleben und erlebt haben. Das ist es, was meinen Glauben und meine Weltsicht prägt.
     Die Israeliten haben ihre Erfahrungen damals mit Krieg, Hunger und Seuchen mit Gott in Verbindung gebracht. Auch sie haben sich immer wieder gefragt, warum sie so viel Schlimmes erdulden mussten. Sie haben verschiedene Antworten gefunden, sei es das Versagen ihrer politischen und religiösen Führer oder die Sünden des ganzen Volkes. Aber sie haben auch die andere Erfahrung mit Gott in Verbindung gebracht, dass sie nämlich in den vielen Katastrophen der letzten 3000 Jahre als Volk immer wieder überlebt haben. Ja, zahllose einzelne mussten sterben. Aber die Israeliten oder die Juden, wie wir heute sagen, gibt es noch immer, vielleicht mächtiger, auf jeden Fall aber mit einem besseren Leben als je zuvor. Wie viele von ihnen heute so beten wie Nehemia im Losungswort, weiß ich nicht:  Aber das weiß ich: Christen wie Juden hätten allen Grund zu sagen: HERR, nach deiner großen Barmherzigkeit hast du mit deinem Volk nicht ein Ende gemacht noch es verlassen.
     Und deshalb, liebe Leserin, lieber Leser, möchte ich mir den Satz aus dem Lehrtext zu eigen machen und gemeinsam mit dir Gott danken, dass er uns bis zu diesem Augenblick am Leben erhalten hat. Und ich möchte mit dir für andere beten, die unser Gebet brauchen.

Gebet: Herr, wenn ich auf die Menschengeschichte zurückschaue, ist es ein Wunder, dass es uns heute noch gibt und dass das Leben noch immer weitergeht. Ich kann mir das nicht anders erklären, als dass du in dieser Zeit mit uns und mit mir barmherzig gewesen bist und deine schützende Hand über uns gehalten hast. Nur du weißt, warum du das getan hast und tust. Und ich weiß, dass es mit uns zu Ende ist, sobald du uns deine Gnade entziehst. Darum bitte ich dich für mich und die ganze Menschenfamilie, sieh unser entsetzliches Versagen in Geschichte und Gegenwart nicht an. Vergilt uns nicht das Leid, das wir über unseresgleichen und deine Tiere gebracht haben und bringen. Rette uns in Jesu Namen aus unserem Hochmut und aus unserer Dummheit, aus unserer Kälte und aus unserer Gier. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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