Donnerstag, 2. August 2018

Nie, nie, nie. Aber wenn doch? hl

Losung: HERR, du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen. Psalm 142,6 

LehrtextGelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. 1.Petrus 1,3 

Liebe Leserin, lieber Leser,

nie, nie, nie möchte ich einmal so beten müssen wie David im Psalm 142, aus dem die heutige Losung kommt. Aber wer weiß, wohin ich noch einmal gerate? Dann ist ein solches Gebet der letzte Halt, den ich finden kann.
     Und da wäre ich ja nicht der erste, der so beten muss. Vermutlich steht dieser Psalm auch deshalb in der Bibel, weil nicht nur David, sondern weil seit seiner Zeit zahllose andere sich in ihrer Verzweiflung daran festgehalten und so ähnlich gebetet haben wie er. Und auch jetzt sind Menschen in Bedrängnis und sehnen sich nach Gottes Hilfe. Darum bringe ich Davids Gebet mit dem Losungswort in einer neuen Übersetzung:
1 Ein Gebet von David, zum Nachdenken. 2 Ich schreie zum HERRN um Hilfe und flehe laut um sein Erbarmen. 3 Ihm klage ich meine ganze Not; ihm sage ich, was mich bedrängt. 4 Wenn ich nicht mehr weiterweiß, kennst du, Gott, noch einen Ausweg. Denn wohin ich auch gehe: Überall will man mich ins Unglück stürzen. 5 Wohin ich auch sehe: Nirgendwo will man etwas von mir wissen. Ich finde keine Hilfe mehr, und keiner kümmert sich um mich. 6 Deshalb schreie ich zu dir, HERR! Ich bekenne: Du allein bist meine Zuflucht! Du bist alles, was ich im Leben brauche. (Losung) 7 Höre auf meinen Hilfeschrei, denn ich bin völlig verzweifelt! Rette mich vor meinen Verfolgern, denn ich bin ihnen hilflos ausgeliefert! 8 Hole mich aus dieser Höhle heraus! Dann will ich deinen Namen preisen und dir vor allen danken, die zu dir gehören. Denn du hast mir Gutes getan. (Übersetzung: Hoffnung für alle)
     Ich weiß nicht, wie es David nach diesem Gebet ging. Aber ich denke mir, dass es ihm gut getan hat, mal seine Angst und Verzweiflung herauszuschreien und nach Gott um Hilfe zu rufen. Doch dabei hat er es nicht belassen. Er macht sich klar, dass Gott seine einzige und letzte Zuflucht ist und er sein Leben retten kann (Losung). Und er verspricht, ihn nach seiner Rettung zu preisen und ihm zu danken – und das nicht nur still für sich, sondern so, dass auch andere davon erfahren.
     Täglich schicken zahllose Menschen ihre Stoßgebete zum Himmel, Christen und Anhänger anderer Religionen, aber auch Ungläubige, für die dann Gott ebenfalls oft der letzte Strohhalm ist. Doch wie viele von ihnen allen sagen ihm auch danke, wenn sie seine Hilfe erfahren haben? Wie viele sagen dann doch wieder: ‚Na, da habe ich noch mal Schwein gehabt. Ist ja alles gerade noch mal gut gegangen.‘? Ich habe es mir im Laufe meines Lebens angewöhnt, immer wieder dankbar zu sein. Und ja, gerade auch Dankbarkeit ist ein Lernprozess. Und ich danke Gott nicht, weil es sich so gehört oder weil ich meine, dass er es von mir erwartet. Ich danke ihm, weil es mir ein Bedürfnis ist und gut tut. Und mit jedem Dankgebet vergewissere ich mich, dass ich mich auf Gott verlassen kann. Das macht mir Lebensmut und "erfüllt mich mit einer lebendigen Hoffnung". Denn er, der Barmherzige, hat in Jesus Christus gezeigt, dass seine Hilfe keine Grenzen kennt (Lehrtext).

Gebet: Herr, danke, dass du mein Leben bisher behütet hast und auch das meiner Lieben. Doch wenn ich einmal in große Angst und Gefahr gerate, dann will ich zu dir um Hilfe schreien und dann sollst du mich retten. Denn auf dich verlasse ich mich. Wer sonst könnte mir denn noch in meiner größten Not helfen? Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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