Donnerstag, 16. August 2018

Brauchen Tiere Gott? hl

Losung: Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst. Jesaja 48,17 

LehrtextDer Herr wird dir in allen Dingen Einsicht geben. 2.Timotheus 2,7 

Liebe Leserin, lieber Leser,

brauchen Tiere Gott? 
     Ja, sie brauchen ihn als Beistand gegen ihren schlimmsten und grausamsten Feind, den Menschen. Sie brauchen dazu auch dich und mich. Leider fällt es nicht leicht, von bisherigen (Ess-)Gewohnheiten Abstand zu nehmen und einen tierfreundlicheren Lebensstil anzunehmen. Aber lässt uns der Glaube und mit ihm die Liebe zu unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, eine andere Wahl?
     Ja, Tiere brauchen Gott. Jesus sagt: »Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.« Gott hat sie geschaffen. Er erhält sie auch am Leben. Genau wie uns Menschen.
     Nein, Tiere brauchen Gott nicht, wenn es um die Frage geht, wie sie leben sollen. Sie leben, wie es ihrer Natur, ihren Instinkten entspricht. (Wenn denn der Mensch sie so leben lässt). Sie kommen mit dem "Wissen" auf die Welt, welchen Weg sie in ihrem Leben gehen sollen. Nun ja, so wurden sie von Gott geschaffen in langen evolutionären Prozessen. Insofern brauchen sie ihn doch.

Brauchen Menschen Gott?
     Ja, sie brauchen ihn als Beistand gegen ihren schlimmsten und grausamsten Feind, den Menschen. Wölfe haben keine Vernichtungslager gebaut und keine Atombomben abgeworfen und was dergleichen Scheußlichkeiten mehr sind.
     Ja, wir brauchen Gott aus demselben Grund wie die Tiere: Er muss uns ernähren und am Leben erhalten. Als die meisten Menschen noch auf dem Land lebten und arbeiteten, haben sie sehr bewusst Erntedankfest gefeiert. Heute ist das selbst vielen Bauern immer weniger wichtig.
     Ja, wir brauchen Gott auch und gerade, wenn es um die Frage geht, wie wir leben, welchen Weg wir im Leben gehen sollen. Und genau davon handelt die heutige Losung: "Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst." Jesaja 48,17 
     Die Bibel sagt: Ohne ihn sind wir "wie Schafe, die keinen Hirten haben" (1. Könige 22,17; Hesekiel 34,8; Matthäus 9,36; Markus 6, 34). Ohne den "guten Hirten" leidet unsere Seele Mangel, finden wir nicht die grüne Aue und das frische Wasser, nicht die rechte Straße. Ohne ihn kommen wir im finsteren Tal der Gier und der Zerstörungswut um (Psalm 23).
Nein, Gott braucht uns nicht. Ja, wir brauchen Gott, mehr denn je. So sehe ich das.
     Kommt diese Einsicht schon zu spät? Im Lehrtext heißt es, dass der Herr dir und mir "in allen Dingen Einsicht" gibt. Aber bin ich auch wirklich einsichtig? Und wenn, bin ich denn bereit, mich so zu ändern und so zu leben, dass ich für meine Menschengeschwister und für das Mitgeschöpf Tier keine Last mehr bin, sondern eine Hoffnung?

Gebet: Herr, ich muss dich nicht erst bitten, mir beizubringen wie ich leben soll, was mir hilft und welcher Weg der richtige für mich ist. Du hast mir längst zugesagt, dass du das tust. Aber ich muss dich um einen starken Glauben bitten, dass ich immer wieder neu nach dir frage, auf dich schaue und Jesus nachfolge, in dem du mir vorangehst. Wenn ich das tue, bin ich für deine Welt und deine Geschöpfe ein Segen. Wenn nicht, bin ich ein Fluch. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

Kommentare:

  1. Ich finde die Tageslosung ganz wunderbar und habe sie mir notiert. Die Auslegung dagegen finde ich einfach furchtbar, aber vielleicht habe ich sie ja falsch verstanden.
    Nützlichkeitserwägungen über Gott anzustellen ist für mich a) in meiner gläubigen Sicht eine Respektlosigkeit und b) für Atheisten eine Steilvorlage: es gibt Gottesvorstellungen halt, weil Menschen so etwas brauchen.

    Man kann einfach so glauben, ohne Anspruch auf konkrete Ausformbarkeit des Bildes (Ich bin, der ich bin), man kann die physische Welt als auf Gott hinweisend sehen und als Schöpfung interpretieren, aber man sollte Gott nicht zu benutzen versuchen, weder als funktionales Element in Erklärungen, noch zur Begründung eigener Macht noch in Überlegungen, ob und wem Gott denn wohl (noch) von Nutzen ist.

    Und was die Tiere angeht: Die jüdisch-christliche Tradition hat hier so einiges auf dem Kerbholz mit ihrem „Machet euch die Erde untertan“ und ihrem Beitrag zu einem Rechtsverständnis, das Tiere als Gegenstände ansieht. Es ist ja gut, dass Kirchen heute mehr das Bewahren der Schöpfung in den Vordergrund stellen, aber man darf schon fragen, ob unseren Mitlebewesen nicht ohne den prägenden Einfluss der jüdisch-christlichen Tradition viel Leid erspart geblieben wäre.

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  2. Hallo Thomas Jakob,
    Ihr Kommentar lässt mich etwas ratlos zurück. Darum möchte ich meine Losungsauslegung und Ihre Kritik nebeneinander stehen lassen und es den Lesern und Leserinnen überlassen, sich ein Urteil zu bilden.
    Was das Leid der Tiere betrifft, hat Juval Noah Hariri in seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" dargelegt, dass es sich hier um ein grundlegendes Problem handelt, das sich verschärft hat, als der Homo Sapiens an die Spitze der Nahrungskette geklettert war, sesshaft und Bauer geworden ist.
    Die Bibel, Altes wie Neues Testament, enthält erstaunlich viele positive Aussagen über die Tiere und ihren Schutz, was aber Juden und Christen nicht davon abgehalten hat und abhält, sich nach wie vor an ihren Mitgeschöpfen zu versündigen. Ich selbst tue mich schwer damit, meine Ernährungsgewohnheiten zu ändern.
    Freundliche Grüße
    Hans Löhr

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