Sonntag, 12. August 2018

Nachdenken über das Kreuz hl

Losung: Der Knecht Gottes sprach: Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Jesaja 50,6 

LehrtextJesus hat gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Hebräer 13,12-13 

Liebe Leserin, lieber Leser,

warum musste Jesus leiden und sterben? Diese Frage wird oft im Hinblick auf Gott gestellt. Und dann werden alle möglichen Deutungen versucht, auch schon im Neuen Testament. Doch zu den Geheimnissen Gottes gehört, dass er in Jesus war (und ist) und dass er deshalb in ihm mitgelitten hat und mitgestorben ist. Dabei hat sich der Tod an ihm "verschluckt" und ist an dem lebendigen Gott, am Leben selbst erstickt. Noch kühner und drastischer sagt es Martin Luther in seinem Lied "Christ lag in Todesbanden" (EG 101,4):
Es war ein wunderlicher Krieg
Da Tod und Leben (ge)rungen;
Das Leben behielt den Sieg
Es hat den Tod verschlungen.
Die Schrift (Bibel) hat verkündigt das,
Wie ein Tod den andern fraß. (Jesaja 25,8; 1. Korinther 15,55)
Ein Spott aus dem Tod ist worden.
Halleluja!
[Hier der Vers in der Vertonung von Johann Sebastian Bach: "Es war ein wunderlicher Krieg ..."]

Die Frage, was mit Jesus am Kreuz geschehen ist, wandelt sich in die Frage, was da mit dem Tod geschehen ist. Ostern hat sie beantwortet. Die Frage aber, warum Jesus leiden und sterben musste, sollten wir nicht an Gott richten. Wir müssen sie uns selbst stellen. Denn
  • Das Kreuz, an dem Jesus hängt weist auf uns Menschen. Es ist das Kreuz von Karfreitag, der Galgen, an dem wir ihn umgebracht haben. 
  • Das leere Kreuz aber weist auf Gott. Es ist das Osterkreuz, das Zeichen dass Gott in Jesus den Tod besiegt und die Sünde vergeben hat.
  • Worunter leidet Jesus und womit töten wir ihn noch heute? Es ist die Lieblosigkeit, aus der jedes Übel kommt.
  • Welche Kraft hat ihn auferweckt? Die Bibel sagt: Gott ist  Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm (1. Johannes 4,16)
  • Und was ist die Sünde? Dass wir das Einzige, was Gott von uns will, verweigern; dass wir ihm, unseren Mitmenschen und auch uns selbst die Liebe schuldig bleiben. Durch sie werden wir erlöst. Durch sie lösen wir unsere Probleme ob im Großen oder im Kleinen.
So sehe ich das. Du siehst es vielleicht anders. Doch die Losungsauslegungen stehen unter dem Titel "Nachdenken über die Bibel". Dazu lade ich dich ein, damit du deine Antworten findest.

Gebet: Herr, das Geheimnis deines Leidens und Sterbens werde ich so wenig ergründen wie die Tiefe deiner Liebe. Doch das glaube ich, dass ich von dir erlöst und mit dir versöhnt bin. Erhalte mir diesen Glauben, damit ich lebe, was ich durch dich bin. Amen

Herzliche Grüße

Hans Löhr

Mit Spracherkennung diktiert. Erkennungsfehler bitte melden, sie werden im Internet-Blog korrigiert.
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Alle bisherigen Losungsauslegungen kann man hier im Internet-Blog nachlesen: <http://glaubenswachstum.blogspot.com/>
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Kleine Übung: Nachdem du das gelesen hast, nimm dir noch ein paar Sekunden Zeit und frage dich: Welchen Gedanken will ich behalten? Dann atme ruhig und tief, schließe die Augen und mach dir bewusst: Jetzt, in diesem Augenblick umgibt mich Gott wie die Luft, die ich atme. Er hält mich mit seiner Kraft, wie die Sonne die Erde in ihrer Bahn hält. Er will auch in mir leben, um mir ganz nah zu sein. Ich öffne mich und lass ihn in mir wirken. So von ihm umhüllt und erfüllt, gehe ich meinen Weg.
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 Hans Löhr / Sommersdorf 5 / 91595 Burgoberbach

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