Dienstag, 1. November 2016

Mein Bruder, meine Schwester hl

Losung: Der HERR steht dem Armen zur Rechten, dass er ihm helfe von denen, die ihn verurteilen. Psalm 109,31

Lehrtext: Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass Jesus für alle den Tod erlitten hat. Dadurch hat Jesus den Weg für viele Menschen gebahnt, die er als Gottes Kinder in sein herrliches Reich führt. Jetzt haben sie alle den einen Vater: sowohl Jesus, der die Menschen in die Gemeinschaft mit Gott führt, als auch die Menschen, die durch Jesus zu Gott geführt werden. Darum schämt sich Jesus auch nicht, sie seine Brüder und Schwestern zu nennen. Hebräer 2,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

bist du meine Schwester? Bist du mein Bruder?
Junge Muslime sprechen sich gegenseitig gern als „Bruder“ an. Falls das nicht nur eine Floskel ist, dann meinen sie damit, dass der andere ihr Glaubensbruder sei. Nun gut, das gilt auch für uns Christen, dass wir voneinander als von „Geschwistern im Glauben“ reden können. In den Pfarrkonferenzen sagt ein Kollege gern zum anderen „Bruder“ oder sogar „Amtsbruder“. Letzteres mochte ich überhaupt nicht. Wie das schon klingt: „Amtsbruder“!
Wir Christen könnten uns alle mit Fug und Recht Brüder und Schwestern nennen. Wir tun's aber nicht. Ich sage das höchstens, wenn ich auf der Kanzel bin. Und warum könnten wir das? Nein, nicht weil wir für einander brüderliche, geschwisterliche Gefühle hegen würden. Auch nicht, weil wir denselben Glauben oder dasselbe Bekenntnis teilen. Im Unterschied zu den Muslimen könnten wir uns aus diesem einen Grund so nennen, weil Jesus sich nicht schämt, uns so zu nennen. Mit ihm gemeinsam haben wir den einen himmlischen Vater. Das ist Grund genug.
Trotzdem, irgendwie klänge das schon komisch, wenn ich dich jetzt mit Bruder oder Schwester anreden würde. Vielleicht aber kommt es gar nicht darauf an, dass ich das tue, sondern darauf, ob ich mich dir gegenüber brüderlich verhalte oder arrogant, gleichgültig und abweisend. Brüderlich sein, das heißt doch: Ich bin nicht besser oder schlechter als der oder die andere. Ich soll mich mit ihm oder ihr vertragen. Ich soll ihm oder ihr helfen, egal ob er oder sie deutsch ist oder nicht, weiß oder schwarz, arm oder reich, jung oder alt, ein Mann oder eine Frau. Egal ob er oder sie eine ähnliche Weltanschauung oder den gleichen Glauben hat wie ich.
Und vielleicht unterscheiden sich Christen von Muslimen gerade darin, dass die einen auch in den anderen ihre Brüder und Schwester sehen (könnten). Oder ist es umgekehrt genauso? Man müsste sie fragen.
Wenn es in der Losung heißt, dass Gott dem Armen beisteht, um ihn gegen mächtige Feinde zu verteidigen, dann fragt er diesen Menschen nicht zuerst nach seiner Konfession oder ob er Christ, Muslim oder Atheist ist. Dann tut er das, weil er auch der Schöpfer und Vater derer ist, die arm, elend und hilflos sind.
Dass auch ich Gottes Kind bin, das kann mir niemand nehmen, sondern nur ich mir selbst, wenn ich ihm die kalte Schulter zeige und bestreite, dass er mein himmlischer Vater ist. Und trotzdem bleibe ich für ihn sein Kind. Bleibe ich für Jesus sein Bruder. Bleibst du für mich mein Bruder oder meine Schwester durch Christus wie auch mein leiblicher Bruder mein Bruder bleibt auch dann noch, wenn ich das nicht wollte.

Gebet
Herr Jesus Christus, 
wir sind Geschwister durch dich, weil du unser Bruder sein willst. Wir sind aber auch trotz aller Unterschiede Geschwister als Menschen, weil Gott uns alle geschaffen und geliebt hat. Und weil du für alle in den Tod gegangen bist, um durch deine Auferstehung für uns alle die Hoffnung zu sein. Gib deinen Geist, damit alle erkennen, dass wir untereinander Brüder und Schwestern sind und sich entsprechend verhalten - und fange bei mir damit an. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr 

1 Kommentar:

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