Donnerstag, 24. November 2016

Mein Erlöser lebt hl

Losung: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Hiob 19,25

Lehrtext: Paulus schreibt: Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. 1.Timotheus 1,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der heutigen Losung sagt Hiob: „Ich weiß…“. So voll kann ich den Mund nicht nehmen. Ich weiß nicht, ob mein Erlöser lebt. Aber ich glaube es. Ich vertraue darauf. Wüsste ich es, müsste ich nicht mehr glauben. Mir liegt der Satz näher, der öfter bei einer Beerdigung gesagt wird: „Möge er/sie nun schauen, was er/sie geglaubt hat.“ Aber ob nun ‚wissen‘ oder ‚glauben‘ – mit dem heutigen Losungswort habe ich dem Tod etwas entgegenzusetzen. Oft scheint es ja so zu sein, als habe er das letzte Wort. Viele verstummen angesichts seiner Gegenwart und Macht. Ich will mir von ihm den Mund nicht verbieten lassen. Ich will ihm vielmehr sagen: „Ja, du bist stärker als ich. Du wirst mir noch einmal eine letzte Niederlage zufügen, wenn man mich in den Sarg und ins Grab legt. Aber du wirst nur diesen Kampf gewinnen und nicht die Schlacht. Du wirst am Ende der große Verlierer sein und nicht ich. Denn das sage ich dir in dein Totengesicht: Mein Erlöser lebt, der dich besiegt und mich befreit.“
Im Mittelalter glaubte man, dass nur die Gerechten auferstehen würden, die anderen aber, die Sünder, auf ewig im Totenreich schmoren müssten. Warum es zu diesem Irrglauben gekommen ist, weiß ich nicht. Vielleicht wollte die Kirche damals mit der Höllenangst der Gläubigen Geld verdienen. Dagegen sagt die Bibel, dagegen sagt der Apostel Paulus im heutigen Lehrtext: „Jesus Christus ist in die Welt gekommen, die Sünder zu retten, unter denen ich der größte bin.“ Nein, Paulus hat mit seinen Sünden nicht kokettiert. Er hat vor seiner Bekehrung zum Glauben an Jesus Christus die Christen mit Feuer und Schwert verfolgt. So heißt es in der Apostelgeschichte: »Er schnaubte mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn.« Doch genau deswegen ist Jesus gekommen, um Sünder wie ihn und mich zu retten (= selig zu machen).
Es lebt ja nicht nur mein Erlöser, sondern auch deiner und der aller Menschen, für die Jesus gekommen ist. Und er wird sich, wie der nächste Satz nach der Losung heißt, „als der Letzte über dem Staub erheben“.
Der Tod ist eine große Macht. Aber er ist nur etwas Vorletztes. Der Letzte ist der, der auch der Erste war, der lebendige Gott, der seine Geschöpfe nicht dem Tod überlässt, sondern sie aus seinen Klauen rettet, damit sie bei ihm sind für immer.
Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht. Aber ich glaub’s. Und mit diesem Gottvertrauen, möchte ich auch einmal meine letzte Reise antreten, wozu mir mein Erlöser Gnade geben möge.

Gebet: Ja Herr, der Tod ist groß. Aber du bist größer. Der Tod ist tot. Aber du lebst. Der Tod will mich verderben. Aber du wirst mich retten. Und wenn er eines Tages kommt, mich zu holen, will ich den Glaubensmut haben und ihm sagen: Hole mich nur. Das wird dir nichts nützen. Du musst mich wieder hergeben. Denn mein Erlöser lebt und du bist nur Staub unter seinen Füßen. Amen

Herzliche Grüße

Ihr / dein Hans Löhr

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